Januar 18, 2010

Beoseu, Jeong Ryu-jang – Bus stop

Posted in Lovestory tagged , , , , , , , , , , , , um 01:41 von Andreas

FilmplakatBus stop klingt nach dem Lesen des Titels und kurzer Zusammenfassungen des Inhalts eher nach einem langweiligen Film – was nicht heißt, daß man mit langweiligen Geschichten nicht auch tolle Filme machen könnte. Leider ist das mit diesem Werk von 2002 nur teilweise erfolgt.

Jae-Sup, 32 Jahre, alleinstehend und ein bißchen soziophob arbeitet in Teilzeit als Lehrer an einer Privatschule. So-Hee ist 17, und neu in der Klasse derselben Privatschule. Während er mit der Welt abgeschlossen hat und sich nichtmal mit den Arbeitskollegen anfreunden will, scheint sie Schwierigkeiten haben sich in ihre neue Klasse zu integrieren. So begegnen sich diese beiden Charaktere an der Bushaltestelle nach der Schule, und ein Gedankenaustausch beginnt.

Wenn man aufgrund der Inhaltsbeschreibung auf eine kitischige Romanze tippt, liegt man falsch. Die Beziehung zwischen den beiden ist weder romantisch noch sexuell, sondern eine des Kontakts zweier Welten, die sich teilweise überlappen, teilweise im starken Kontrast stehen. Während er sich nicht mit der Gesellschaft mit all ihren Regeln und Ritualen anpassen kann, ist es bei ihr eine Trotzhaltung, die sie dazu bewegt anders sein zu wollen als alle anderen. Das Thema ist, wo steht das Individuum innerhalb der Gesellschaft? Die Dialoge sprechen recht viel, doch leider bleiben die Schauspieler und die Gesamthandlung weit hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt wirkt der Film daher eher wie eine halbherzige TV-Produktion, was Schade ist, da man mehr Potential darin stecken sieht.

„Bus stop“
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Januar 4, 2010

Madeo – Mother

Posted in Gestört, Krimi tagged , , , , , , , , , , , , um 00:04 von Andreas

FilmplakatMother ist ein kräftiger Titel, der hohe Versprechungen macht. Man erwartet sofort, dass der Film die gesamte Komplexität der Beziehung zwischen einer Mutter und ihren Kindern beschreibt. In diesem zweistündigen Krimi, bekommt man einen Einblick in die Welt einer Mutter, die ihren Sohn über alles beschützen will, mit sämtlichen Konsequenzen die sich daraus ergeben. Was sie dafür zu opfern bereit ist, entwickelt sich in diesem Drama nach und nach.

Eine Mutter lebt alleine mit ihrem einzigen Sohn: der achtundzwanzigjährige und geistig leicht zurückgebliebene Do-joon. Dieser wird eines Tages wegen Mordverdachts an einem jungen Mädchen inhaftiert. Als er überredet wird ein Geständnis zu unterschreiben und der Fall damit abgeschlossen wird, läßt seine Mutter nichts unversucht um seine Unschuld zu beweisen. Doch je länger sie auf eigene Faust ermittelt, desto mehr erfährt sie über sich selbst.

Dieser Film ist ein Einblick in den Kopf einer einsamen, egozentrischen und sturen Mutter, die für ihren Sohn alles zu opfern bereit ist. Der Sohn hingegen kämpft um seine Unabhängigkeit, und ist dadurch umso mehr ein Ebenbild von ihr. Die Story ist eine Art Mischung aus Fräulein Smillas Gespür für Schnee und Miss Marple, das ganze kombiniert mit den für Südkorea so typischen Handys und ständigem Kratzen am Körper. Auch wenn der Anfang sich ein wenig in die Länge streckt, und ich nebenher ein bißchen Spider Solitär spielen konnte, ist das Gesamtwerk doch recht gut gelungen. Wahrscheinlich bedarf es für ein westliches Publikum jedoch einer kürzeren Fassung, denn die Story könnte man auch in 90 Minuten adäquat unterbringen.

„Mother“
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Januar 3, 2010

Ssang-hwa-jeom – A Frozen Flower

Posted in Das Leben, Lovestory tagged , , , , , , , , , , , , um 00:51 von Andreas

FilmplakatDen Trailer zu diesem Film habe ich nach einer Empfehlung aus der wkw-gruppe hancinema angeschaut, und war sofort begeistert. Großes Kino in Überlänge können nicht nur die Chinesen, scheint Korea sagen zu wollen. Meine einzige Befürchtung, dass die Homosexualität permanent im Vordergrund des Films steht, war unbegründet.

Hong-lim ist der Anführer der Leibgarde des Königs, doch seine Beziehung zu seinem Herrn gehen über das normale Maß hinaus. Das Land braucht jedoch dringend einen Thronerben, da es als Vasallenstaat unter großem Druck steht. Mit der Entscheidung des Königs, den Menschen dem er am meisten Vertrauen schenkt zu seiner Königin zu schicken, erweist sich jedoch als der Anfang einer langen Kette von einschneidenden Schicksalsschlägen, unter denen alle Beteiligten zu leiden haben.

Ein Epos wie man ihn von Südkorea nicht erwartet hätte. Der Film ist so lang, weil er eine so komplexe Geschichte von Treue und Verrat erzählt, deshalb gibt es auch keine langweilige oder überflüssige Szene. Es wird alles aufgetischt was man von einem guten Film erwartet: Bankette, Duelle, Attentate, Verschwörungen, Liebesabenteuer, Geschenke, Folter, Trennungen, Kämpfe, Gesang und Malerei. Doch das Hauptthema bei allen Beteiligten ist immer: Welchem Herrn gegenüber ist man am meisten verpflichtet? Der Liebe? Dem Land? Dem Vorgesetzten? Den eigenen Träumen? Dem Trieb? Der Gesellschaft und der Tradition? Besonders beeindruckend gespielt wird die Königin, bei der man in der Mimik schon alles ablesen kann was sie als nächstes sagen wird.

„A Frozen Flower“
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Januar 1, 2010

Nae Meorisokui Jiwoogae – A Moment to Remember

Posted in Das Leben, Gestört, Lovestory tagged , , , , , , , , , , , , um 20:23 von Andreas

FilmplakatBei der Auswahl dieses Films hab ich mich auf meinen Instinkt verlassen. Ein klassischer Drama-Titel, eine gute IMDb-Bewertung und ein schönes Filmplakat haben ausgereicht um mich zu überzeugen diesen Film anzuschauen. Das schwierigste war, sich zwei Stunden Zeit zu nehmen um dieses Drama unabgelenkt geniessen zu können.

Soo-jin hat einen Fehler gemacht: sie hat Schande über ihre Familie gebracht, als sie etwas mit einem verheirateten Mann anfing. Doch sie wagt einen Neuanfang, und der gelingt ihr mit Hilfe des wilden aber herzlichen Cheol-Soo. Ihr Vater gibt ihr dazu seinen Segen, und verzeiht ihr. Doch die neue Beziehung die harmonischer kaum sein könnte, steht unter zwei schwierigen Sternen: Er muss lernen, zu vergeben, während sie lernen muss, zu vergessen.

Dieses sehr souveräne wirkende Drama erinnert von der Atmosphäre ein wenig an italienische Dramen, was auch durch den Soundtrack unterstrichen wird. Besonders reizvoll sind nicht nur die beiden sehr starken Hauptcharaktere, sondern auch die Mischung von Liebesgeschichte, Schicksalsdrama und Krankheitsporträt die außerordentlich gut funktioniert. Ein paar interessantere Nebenrollen und eine etwas ausgereiftere Feinabstimmung von Musik, Ton, Bild und Schnitt hätten das ganze noch abgerundet.

„A Moment to Remember“
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